Die Sprengung erfolgte am frühen Nachmittag. Zuvor hatte die Polizei in einem Umkreis von 300 Metern alle Fenster und Türen öffnen lassen, um Schäden durch die Druckwelle zu vermeiden. Um 14:42 Uhr erfolgte die Zündung. Ein dumpfer Knall war noch in mehreren Kilometern Entfernung zu hören. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten, wie eine Fontäne aus Sand und Wasser in die Höhe stieg. Erste Erkundungen ergaben, dass die Bombe erfolgreich zerstört worden war und keine größeren Schäden an umliegenden Gebäuden entstanden waren. Der Kampfmittelräumdienst gab kurz darauf Entwarnung. Die Sperrungen wurden aufgehoben und die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Der U-Bahn-Verkehr wurde schrittweise wieder aufgenommen. Die Behörden zogen eine positive Bilanz: Alle Maßnahmen seien planmäßig und ohne Zwischenfälle verlaufen.
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Der Bombenfund und die aufwändige Evakuierung werfen einmal mehr die Frage nach den Kosten der Kampfmittelbeseitigung auf. Allein in Hessen werden jährlich Millionenbeträge für die Suche und Beseitigung von Blindgängern ausgegeben. Die Kommunen klagen über die finanzielle Belastung und fordern eine stärkere Beteiligung des Bundes. Bislang müssen die Länder und Kommunen die Kosten überwiegend selbst tragen. Der Bund beteiligt sich nur dann, wenn die Funde auf bundeseigenen Grundstücken erfolgen. Angesichts der Vielzahl von Altlasten, die auch mehr als 80 Jahre nach Kriegsende noch im Boden schlummern, fordern die Städte eine bundesweite Finanzierungsregelung. Die Entschärfung der Frankfurter Bombe wird die Stadt nach ersten Schätzungen zwischen 200.000 und 300.000 Euro kosten – ein Posten, der im städtischen Haushalt nicht eingeplant war.
Die Routine im Umgang mit Weltkriegsbomben täuscht leicht darüber hinweg, dass jeder Fund eine akute Gefahr für Leib und Leben darstellt. Der Kampfmittelräumdienst weist regelmäßig darauf hin, dass die Zünder der alten Bomben mit der Zeit unberechenbarer werden können und Selbstentzündungen nicht ausgeschlossen sind. Es bleibt daher bei der Devise: Jeder Fund muss ernst genommen und mit höchster Vorsicht behandelt werden. Für die Frankfurterinnen und Frankfurter war der 05. Mai 2026 ein Tag der Unannehmlichkeiten, der aber glimpflich endete. Viele werden den Bombenfund jedoch als Mahnung in Erinnerung behalten, dass die Schatten der Vergangenheit noch lange fortwirken und unerwartet ins Heute einbrechen können.