Nach tagelangen heftigen Regenfällen und steigenden Pegelständen entspannt sich die Hochwasserlage an Elbe und Donau allmählich. Die Scheitelpunkte der Flutwellen wurden in den meisten betroffenen Regionen erreicht oder bereits überschritten. In Dresden sank der Pegel der Elbe am Morgen des 05. Mai 2026 auf 6,80 Meter, nachdem er am Wochenende noch bei 7,50 Metern gelegen hatte. Die Behörden warnten jedoch vor voreiliger Entwarnung, da die Deiche durch die langanhaltende Belastung aufgeweicht seien und weiterhin Risse und Ausspülungen auftreten könnten. Tausende Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) sind weiterhin im Einsatz, um gefährdete Deichabschnitte zu sichern und Keller auszupumpen. In weiten Teilen Sachsens und Brandenburgs gilt weiterhin die höchste Alarmstufe. Mehrere tausend Menschen mussten ihre Häuser verlassen und kamen in Notunterkünften unter.
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Die Hochwasserlage hatte sich in der vergangenen Woche dramatisch zugespitzt, nachdem ein Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa extreme Niederschläge gebracht hatte. Besonders betroffen waren die Einzugsgebiete von Elbe und Donau, aber auch in Hessen und Bayern traten kleinere Flüsse wie die Kinzig und die Vils über die Ufer. In einigen Regionen fielen innerhalb von 48 Stunden mehr als 150 Liter Regen pro Quadratmeter – eine Menge, die sonst in einem ganzen Monat zusammenkommt. Die Böden waren nach einem nassen Frühjahr schnell gesättigt, sodass das Wasser oberflächlich abfloss und die Pegel rapide ansteigen ließ. Die Meteorologen sprechen von einem Jahrhunderthochwasser, das in einigen Regionen die Werte des berüchtigten Elbhochwassers von 2002 übertroffen hat. Der Klimawandel verstärke solche Extremwetterereignisse, erklärten Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die genauen Schadenssummen lassen sich noch nicht beziffern, dürften aber in die Milliarden gehen.
Die Bundesregierung sagte den betroffenen Ländern schnelle Hilfe zu. Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte am Wochenende die Krisengebiete in Sachsen und sicherte unbürokratische Unterstützung zu. Der Bund werde Finanzmittel für den Wiederaufbau bereitstellen, sobald die Schäden erfasst seien. Auch die Bundeswehr wurde zur Unterstützung der Einsatzkräfte mobilisiert. In mehreren Landkreisen sind Soldaten mit schwerem Gerät und Sandsäcken im Einsatz. Die Ministerpräsidenten der betroffenen Länder, insbesondere Sachsens Michael Kretschmer und Bayerns Markus Söder, mahnten eine Reform des Katastrophenschutzes an. Die bisherigen Strukturen seien für derart extreme Ereignisse nicht ausreichend. Sie forderten eine bessere Ausrüstung der Einsatzkräfte und eine effektivere Koordination zwischen Bund und Ländern.