Am 1. Mai 2026 gingen bundesweit Hunderttausende Menschen für bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und den Erhalt sozialer Sicherungssysteme auf die Straße. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte unter dem Motto „Zukunft gerecht gestalten“ zu Demonstrationen und Kundgebungen aufgerufen. In Berlin versammelten sich nach offiziellen Angaben rund 30.000 Menschen, in Hamburg und München jeweils über 15.000. In zahlreichen Städten sprachen Gewerkschaftsvertreter zu den Themen Rentenpolitik, Fachkräftesicherung und soziale Gerechtigkeit. Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich, allerdings meldete die Polizei in Berlin auch vereinzelte Zwischenfälle mit linksextremen Gruppen. Am Abend zogen die Veranstalter eine positive Bilanz und betonten die Notwendigkeit, den sozialen Zusammenhalt in Krisenzeiten zu stärken.
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In Berlin nahm die Polizei im Zusammenhang mit den Demonstrationen rund 90 Personen vorläufig fest. Ihnen werden verschiedene Delikte vorgeworfen, darunter Landfriedensbruch, tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung. Die Sicherheitsbehörden hatten bereits im Vorfeld ein robustes Vorgehen bei gewalttätigen Ausschreitungen angekündigt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte, dass friedlicher Protest ein hohes Gut sei, Gewalt jedoch nicht geduldet werde. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz und setzte auch Wasserwerfer bereit. Größere Ausschreitungen konnten jedoch verhindert werden. Die Ermittlungen zu den festgenommenen Personen dauern an. Die Vorfälle überschatteten die ansonsten friedliche Demonstration des DGB und der Gewerkschaften.
In Niedersachsen und Bremen beteiligten sich nach Angaben des DGB über 59.000 Menschen an den Kundgebungen zum Tag der Arbeit. Allein in Niedersachsen waren es etwa 52.000 Teilnehmer, die in Städten wie Hannover, Braunschweig und Osnabrück auf die Straße gingen. Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter forderten eine aktive Industriepolitik, Investitionen in die Infrastruktur und den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Transformation. Besonders die Beschäftigten in der Automobilindustrie äußerten ihre Sorge vor Werksschließungen und Produktionsverlagerungen ins Ausland. Die Transformation zur Elektromobilität müsse sozialverträglich gestaltet werden. Auch die steigenden Lebenshaltungskosten und die anhaltende Inflation wurden thematisiert. Die Redner mahnten eine gerechtere Verteilung der Lasten an.