Der Fund einer 500 Kilogramm schweren Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Morgen des 05. Mai 2026 im Frankfurter Westend einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Der Blindgänger war bei Bauarbeiten auf dem Gelände des Campus Westend der Goethe-Universität entdeckt worden. Umgehend wurde ein Evakuierungsradius von einem Kilometer festgelegt. Rund 15.000 Menschen mussten ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen. Betroffen waren neben dem Universitätsgelände auch der angrenzende Palmengarten, mehrere Schulen und Kindergärten sowie zahlreiche Geschäfte und Bürogebäude. Die Polizei richtete ein weiträumiges Sperrgebiet ein und leitete Verkehrsbusse um. Auch der öffentliche Nahverkehr war mit massiven Behinderungen konfrontiert, da mehrere U-Bahn-Stationen im Sperrgebiet lagen. Die Behörden richteten Notunterkünfte in Turnhallen und Bürgerhäusern für die Evakuierten ein.
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Die Entschärfung von Weltkriegsbomben ist in Frankfurter keine Seltenheit. Die Stadt war während des Zweiten Weltkriegs eines der Hauptziele der alliierten Bomberoffensive und wurde zu weiten Teilen zerstört. Noch heute werden bei Bauarbeiten regelmäßig Blindgänger gefunden. Allein im Jahr 2025 gab es in Hessen mehr als 60 Bombenfunde. Die aktuelle Bombe war nach ersten Einschätzungen des Kampfmittelräumdienstes mit einem chemischen Langzeitzünder ausgestattet, der eine Entschärfung besonders heikel machte. Experten des hessischen Kampfmittelräumdienstes entschieden sich für eine kontrollierte Sprengung an Ort und Stelle, da eine Entschärfung zu riskant erschien. Die Bombe wurde mit Sand und Wasser bedeckt, um die Druckwelle der geplanten Sprengung zu dämpfen und Splitterflug zu verhindern. Die Vorbereitungen für die Sprengung erforderten mehrere Stunden.
Die Evakuierungsaktion stellte die Einsatzkräfte vor große logistische Herausforderungen. Besonders problematisch gestaltete sich die Evakuierung von mehreren Altenheimen und einem Krankenhaus im Evakuierungsradius. Bettlägerige und kranke Menschen mussten mit Spezialtransporten in andere Einrichtungen verlegt werden. Die Johanniter und das Deutsche Rote Kreuz übernahmen die medizinische Betreuung der Evakuierten in den Notunterkünften. Viele Bewohner zeigten sich verständnisvoll, einige äußerten jedoch auch Unmut über die kurzfristige Ankündigung und die Unannehmlichkeiten. Die Polizei betonte, dass die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität habe und appellierte an die Geduld der Betroffenen. Hausbesuche von uniformierten Beamten sollten sicherstellen, dass niemand im Sperrgebiet zurückblieb. Drohnen der Feuerwehr überwachten aus der Luft, ob sich noch Personen im Gefahrenbereich aufhielten.