Das Bundesgesundheitsministerium hat Anfang 2026 eine umfassende Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege vorgestellt, die das Ziel verfolgt, digitale Innovationen stärker in den Versorgungsalltag zu integrieren. Die Strategie knüpft an die Digitalisierungsgesetze der vergangenen Jahre an und setzt ehrgeizige Ziele: Bis Ende 2026 sollen mindestens 300 Forschungsvorhaben unter Nutzung von Daten aus dem neu geschaffenen Forschungsdatenzentrum (FDZ) durchgeführt werden. Zudem soll noch im ersten Quartal 2026 ein Referentenentwurf für ein „Gesetz für digitale Versorgung und den Gesundheitsdatenraum“ vorgelegt werden, das die wesentlichen Vorhaben der Strategie aufgreifen und rechtlich verankern wird. Die Digitalisierung gilt als Schlüssel, um die Effizienz und Qualität der Versorgung zu verbessern, die Patientensouveränität zu stärken und das Gesundheitswesen für die Zukunft zu rüsten.
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Zentrale Elemente der Digitalisierungsstrategie sind der Aufbau des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS), Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sowie die Etablierung eines Primärversorgungssystems, das die hausärztliche und fachärztliche Versorgung digital vernetzt. Die elektronische Patientenakte (ePA), die bereits eingeführt wurde, soll weiterentwickelt und zum Kernstück der digitalen Infrastruktur werden. Bis Februar 2028 sollen alle Akteure im Gesundheitswesen verpflichtet sein, die ePA aktiv zu nutzen und zu befüllen. Die Digitalisierungsstrategie sieht auch die Einrichtung von Reallaboren vor, in denen neue Technologien wie KI-gestützte Diagnosetools und telemedizinische Anwendungen unter realen Bedingungen erprobt werden können. Diese Reallabore sollen schneller Innovationen in die Regelversorgung transferieren und Deutschland zu einem führenden Standort für Gesundheitstechnologie machen.
Die Chancen der Digitalisierung sind enorm. Künstliche Intelligenz kann Ärztinnen und Ärzte bei der Auswertung bildgebender Verfahren unterstützen und Krebserkrankungen früher und präziser erkennen. Telemedizinische Anwendungen ermöglichen eine ortsunabhängige Beratung und Behandlung, was besonders für ländliche Regionen mit wenigen Ärztinnen und Ärzten wichtig ist. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) können die Therapietreue verbessern und chronisch Kranken helfen, ihren Lebensstil zu optimieren. Die Vernetzung von Datenbeständen soll die Forschung beschleunigen und eine personalisierte Medizin voranbringen, die auf die individuellen genetischen und klinischen Profile der Patientinnen und Patienten zugeschnitten ist. Kurzum: Die Digitalisierung könnte einen Quantensprung in der Gesundheitsversorgung bedeuten und die Lebensqualität vieler Menschen entscheidend verbessern. Allerdings ist der Weg dahin noch weit und mit zahlreichen Hürden gepflastert.