Die Grippesaison 2025/2026, die Ende April offiziell für beendet erklärt wurde, hat in Deutschland einen traurigen Rekord aufgestellt: Mit 258 Todesfällen im Zusammenhang mit der Influenza wurde ein neuer Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete insgesamt 28.550 laborbestätigte Infektionen mit dem Influenzavirus – ein deutlicher Rückgang gegenüber der Vorsaison 2024/2025, die mit fast 16.000 zusätzlichen Fällen als sehr starke Influenzawelle in Erinnerung geblieben war. Dennoch war die Zahl der Todesfälle in diesem Jahr höher, was Experten auf eine besonders aggressive Virusvariante und gleichzeitig eine sinkende Impfbereitschaft in der Bevölkerung zurückführen. Die Grippesaison hat das Gesundheitssystem stark belastet und zeigt, wie wichtig Präventionsmaßnahmen und ein funktionierendes Frühwarnsystem sind.
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Die saisonale Influenza ist eine der unterschätzten Gesundheitsgefahren in Deutschland. Jährlich erkranken Millionen Menschen, und die wirtschaftlichen Schäden durch Arbeitsausfälle und Behandlungskosten sind erheblich. Trotz der Verfügbarkeit von Impfstoffen lassen sich viele Menschen nicht impfen. In der abgelaufenen Saison lag die Impfquote bei den über 60-Jährigen, einer der wichtigsten Risikogruppen, erneut unter den empfohlenen 75 Prozent. Gesundheitsministerin Nina Warken appellierte an die Bevölkerung, sich rechtzeitig vor der nächsten Saison impfen zu lassen, und verwies auf die wissenschaftliche Evidenz, die einen klaren Nutzen der Influenza-Impfung belege. Die Debatte über eine mögliche Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, die während der Corona-Pandemie intensiv geführt worden war, flammte kurzzeitig wieder auf, verlief jedoch ohne konkrete politische Initiativen. Das Thema bleibt kontrovers und emotional aufgeladen.
Die Grippesaison 2025/2026 war durch einen ungewöhnlichen Verlauf gekennzeichnet. Die Welle begann später als üblich, erreichte ihren Höhepunkt jedoch innerhalb weniger Wochen und verursachte eine hohe Zahl von schweren Verläufen, die eine stationäre Behandlung erforderlich machten. Insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen waren betroffen, aber auch jüngere, eigentlich gesunde Personen erlitten schwere Verläufe. Das deutsche Gesundheitssystem, das ohnehin mit strukturellen Problemen wie Personalmangel und Überlastung der Krankenhäuser kämpft, war phasenweise an seinen Kapazitätsgrenzen. Die Intensivstationen waren stark belegt, und nicht-dringliche Operationen mussten in einigen Regionen verschoben werden. Die Erfahrungen der Grippesaison haben die Notwendigkeit unterstrichen, das Gesundheitswesen widerstandsfähiger gegen saisonale Epidemien und künftige Pandemien zu machen.