Der anhaltende Höhenflug der AfD in den Umfragen versetzt die etablierten Parteien in Deutschland in Alarmbereitschaft. In den Insa-Umfragen vom Mai 2026 erreicht die rechtspopulistische Partei 28 Prozent und liegt damit deutlich vor der CDU/CSU mit 24 Prozent und der SPD mit 14 Prozent. Dieser Zuspruch ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern Ergebnis eines langfristigen Trends, der sich seit der Bundestagswahl 2025 verstärkt hat. Während die AfD damals noch bei rund 20 Prozent lag, hat sie seitdem fast acht Prozentpunkte hinzugewonnen und ist in mehreren ostdeutschen Bundesländern bereits stärkste politische Kraft. Politikwissenschaftler und Soziologen analysieren die Ursachen dieses Phänomens und verweisen auf eine Mischung aus wirtschaftlicher Verunsicherung, kulturellen Ängsten und Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit. Der Aufstieg der AfD ist Ausdruck einer tiefgreifenden Vertrauenskrise in die politischen Institutionen.
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Die Attraktivität der AfD speist sich aus verschiedenen Quellen. Ein zentraler Faktor ist die anhaltende Wirtschaftsschwäche Deutschlands und die Furcht vor einem weiteren Abstieg. Die Partei macht die etablierten Parteien für die Deindustrialisierung, die hohen Energiepreise und die Zuwanderung verantwortlich und verspricht einfache Lösungen für komplexe Probleme. Hinzu kommen identitätspolitische Themen: Die AfD spricht Wähler an, die sich durch die Globalisierung, die Migration und den kulturellen Wandel bedroht fühlen, und bietet ein nationalistisches Gegenmodell zur offenen Gesellschaft. In den ostdeutschen Bundesländern kommt eine spezifische historische Prägung hinzu: Viele Menschen dort fühlen sich von den politischen und wirtschaftlichen Eliten im Westen nicht repräsentiert und sehen in der AfD eine Stimme gegen das Establishment. Die etablierten Parteien haben es bislang nicht geschafft, diesen Teil der Bevölkerung wieder einzubinden.
Die Strategien im Umgang mit der AfD sind unter den demokratischen Parteien umstritten. Während vor allem die Grünen und die Linken auf eine klare inhaltliche und rhetorische Abgrenzung setzen, plädieren Teile der Union für einen pragmatischeren Umgang und die Aufnahme von AfD-Positionen, um der Partei das Wasser abzugraben. Die SPD versucht einen Mittelweg und setzt auf soziale Themen, um die Arbeiterwähler zurückzugewinnen. Alle diese Ansätze haben bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Studien wie der Demokratiemonitor 2026 zeigen, dass zwar ein großer Rückhalt für die Demokratie besteht, aber die Unzufriedenheit mit ihrer konkreten Funktionsweise wächst. Die zentrale Herausforderung für die etablierten Parteien ist es, glaubwürdige Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit zu finden, ohne dabei in populistische Vereinfachungen zu verfallen.